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Chilis

Aromatisch, dekorativ und bisweilen skurril – würzt auch Garten und Balkon.

Chilis sind seit einiger Zeit sehr im Trend und ein Schärferekord jagt den anderen. Bei dem Wettbewerb, wer der größte Zungenbrenner ist, gerät der Geschmack etwas ins Hintertreffen. Schade, denn Chilis haben in der Tat unterschiedliche Aromen, und richtig verwendet, machen sie das Essen nicht nur scharf, sondern können einer Mahlzeit den letzten Schliff geben! Das Schärfe-Empfinden ist dabei sehr individuell. Zur groben Einschätzung hilft die Scoville-Skala oder die Einteilung der Schärfe von mild (1) bis extrem scharf (10+++).

Bei der Auswahl der Chili-Sorten, die ich anbiete, spielt auch ihr äußerlicher Charakter eine große Rolle. Chilis sind sehr dekorative Pflanzen mit zum Teil wunderschönen Blüten und Schoten (Beeren um genau zu sein) in ganz unterschiedlichen Formen und Farben. Das Wort ‚Zierchili‘, mag ich nicht sonderlich, weil alle Chilifrüchte essbar sind, sofern es sich um echte Capsicum-Arten handelt.

Alle Chilis sind mehrjährig und können an einem hellen Platz im Haus recht einfach überwintert werden. Es gibt allerdings große Unterschiede je nach Art und Sorte. Dabei ist es günstig, einen eher kühlen Platz mit Temperaturen um die 8 bis 10°C zu wählen. Die Pflanzen sollte man stark zurückschneiden und nur mäßig gießen. Nach einigen Jahren können sie einen regelrechten Bonsai-Charakter entwickeln. Wem es aber hauptsächlich um eine reiche Ernte geht, sollte sich besser jedes Jahr neue Pflanzen (be)ziehen.

Für die Chilipflanzen ist ein geschütztes, warmes Plätzchen auf Balkon oder Terrasse am besten geeignet (im sonnig-warmen Baden ist auch die Freilandkultur kein Problem). Im Frühjahr benötigen sie viel Wärme, im Herbst sind sie jedoch erstaunlich robust und müssen erst, wenn wirklich Frost droht, nach drinnen.

Die meisten Chilis sind botanisch zur Art Capsicum annuum zuzurechnen, so z. B. die oft verwendeten Cayenne. C. baccatum, C. frutescens und C. chinensis sind andere Chili-Arten, von denen es viele Sorten gibt. Zu den Letztgenannten gehören die allerschärfsten, wie die immer populärer werdenden Habaneros, die frisch verwendet am leckersten sind. Aber Vorsicht, ihre Schärfe entfaltet sich erst mit etwas Verzögerung! Auffällig durch ihre behaarten Blätter und violetten Blüten, ist die Art C. pubescens. Auch ihre sehr fleischigen Früchte mit schwarzen Samen fallen aus der Reihe. Für diese Pflanzen genügt selbst ein frostfreier Raum zum Überwintern. Zu meiner Sammlung gehören auch einige kulinarisch weniger relevante Wildarten.

Das Sortiment ändert sich von Jahr zu Jahr leicht, es gibt aber immer ein ausgewogenes Angebot von allen Typen und Schärfegraden. Junge Pflanzen sind ab Mitte Mai erhältlich, ab Sommer/Herbst steht auch ein ausgesuchtes Programm an größeren Pflanzen bereit. Mehr Infos über das wohl schärfste Gewürz der Welt finden Interessierte bei mir in der Gärtnerei.